Silvester Event 2010 - Bericht von Laetitia

Donnerstag, 30. Dezember 2010: Wir treffen uns im Bildungs- und Begegnungszentrum Eckstein in Baar (Zug), um die letzten Tage des Jahres zusammen zu verbringen. Wir, das sind rund 60 Jugendliche aus der ganzen Schweiz, die zwischen 13 und 18 Jahre alt sind.

Facebook - face2face

Im Saal versammelt, testen wir zuerst ob unsere Kopfhörer funktionieren, damit wir alle die Übersetzungen hören können, denn schliesslich sprechen wir entweder Italienisch, Französisch oder Deutsch.

Nun geht’s los: Wir machen ein lustiges, von Facebook inspiriertes Kennenlernspiel, so dass wir dann mit einigen Freunden mehr in unserer Kontaktliste wieder absitzen.

Life - Love - Light

Life-Love-Light: das sind die Schlagwörter für diese drei Tage.

Heute ist es besonders LIVE. Um so richtig was zu erLEBEN, gibt’s ein „Socialday“. Das heisst, dass wir etwas für die anderen machen werden, einfach so, gratis. Dafür teilen wir uns in drei Gruppen auf. Die erste wird in ein Krankenhaus in Luzern gehen, die zweite wird ältere Leute in einem Pflegeheim in Kilchberg besuchen und die dritte Gruppe wird in Zug herumspazieren um den Passanten Kekse und Neujahrswünsche zu verteilen. Diese Kekse mit den Neujahrswünschen haben einige von uns, die sich schon gestern zum Vorbereiten getroffen haben, eingepackt.

 

Nach einem Mittagessen, das reich an mehrsprachigen Gesprächen war, dürfen die Jugendlichen, welche in Januar oder Februar geboren sind, abwaschen. Zum Glück ist das Zentrum toll eingerichtet, so dass es nur eine Frage von einigen Stunden ist...

 

14 Uhr: Abfahrt für einen begegnungsreichen Nachmittag.

Wir, die Kilchberg-Gruppe, fahren in einem kleinem Bus. Eine Krankenschwester, die dort arbeitet, hat uns erklärt, dass die Leute, die wir besuchen fahren, mehr oder weniger pflegebedürftig sind. So sind einige nur auf einem Rollstuhl angewiesen, doch andere sind an Demenz erkrankt.

Was aber alle gemeinsam haben, ist ihre Freude an einem Besuch. Mit diesem Gedanken kommen wir nun in Kilchberg an, nur mit unserer Stimme, einer Gitarre und ein paar Weihnachtslieder bewappnet.

SOCIAL DAY

Nach einem Mittagessen, das reich an mehrsprachigen Gesprächen war, dürfen die Jugendlichen, welche in Januar oder Februar geboren sind, abwaschen. Zum Glück ist das Zentrum toll eingerichtet, so dass es nur eine Frage von einigen Stunden ist... 

14 Uhr: Abfahrt für einen begegnungsreichen Nachmittag.

Wir, die Kilchberg-Gruppe, fahren in einem kleinem Bus. Eine Krankenschwester, die dort arbeitet, hat uns erklärt, dass die Leute, die wir besuchen fahren, mehr oder weniger pflegebedürftig sind. So sind einige nur auf einem Rollstuhl angewiesen, doch andere sind an Demenz erkrankt.

Was aber alle gemeinsam haben, ist ihre Freude an einem Besuch. Mit diesem Gedanken kommen wir nun in Kilchberg an, nur mit unserer Stimme, einer Gitarre und ein paar Weihnachtslieder bewappnet.  

„Es war wirklich toll zu spüren, dass alle Freude hatten, uns zuzuhören. Und auch wenn wir wegen der sprachlichen Unterschiede nicht alle Weihnachtslieder kannten, haben wir unser Bestes gegeben. Der Hit war „Stille Nacht, heillige Nacht“, weil viele der Pflegeheimbewohner den Text auswendig kannten und mitgesungen haben.

Nach gut einer Stunde Singen, haben wir unseren Mut zusammengenommen und sind zu den Zuhörren plaudern gegangen. Es bedurfte einigen Vorstellungsvermögens, um nicht nur die sprachlichen Unterschiede zu überbrücken, sondern vor nach dem gegenseitigen Vorstellen ein richtiges Gespräch entwickeln zu können. Es hat sich wirklich gelohnt, unsere Anfangshemmungen zu überwinden, denn wir haben so viel zurückerhalten: die Freude, die die Heimbewohner ausstrahlten, war richtig ansteckend, und ihr ehrlicher Dank rührend. Viele Bewohner bekräftigten, dass dies ihre schönste Weihnachten in diesem Heim gewesen sei, und baten uns um einen Besuch im nächsten Jahr. Es ist beeindruckend, wie viel Freude so einfach gemacht werden kann!“

So teilen wir unsere Erfahrung mit den anderen Jugendlichen, als wir uns am Abend wieder im Saal versammeln. 

Jemand aus der Gruppe, die in Zug war, erzählt uns:

„Es hat Mut gebraucht, in der Stadt auf die Leute zuzugehen und ihnen ein Kekspäckli anzubieten, einfach so, als Neujahrsglückwunsch.

Einige haben misstrauisch abgelehnt, weil sie nicht glauben konnten, dass da etwas gratis verteilt wird. Doch viele haben dieses kleine Geschenk mit viel Freude angenommen. So haben wir schliesslich ein Hammernachmittag verbracht!“ 

Auch die Erfahrung von denjenigen, die in Luzern waren, ist sehr positiv:

„Wir sind auch sehr froh über diesen Nachmittag. Wir haben uns in kleinen Gruppen aufgeteilt und sind von Zimmer zu Zimmer gewandert, haben für die bettlägerigen Patienten gesungen und mit ihnen gesprochen. Eine besondere Begegnung war die mit einer 28-jährigen Frau, welche, an multiple Sklerose erkrankt, sich fast nicht mehr bewegen kann. Das lässt einen wirklich nachdenklich.“ 

So sind wir alle bereichert worden, doch was auch super ist, ist zu spüren, wie diese gemeinsame Erlebnisse Bände zwischen uns geknüpft haben. 

Der Nachmittag mag schon fertig sein, doch der Abend fängt erst an: Wir werden noch einen Film schauen, und nicht irgendeinen: „Invictus“ von Clint Eastwood für die Französischsprechenden und „Gifted Hands“ von Thomas Carter für die Deutsch- und Italienischsprechenden. Wow, was für ein packender Film! Er hat uns nicht kalt gelassen. Nach einem regen Austausch von unseren Eindrücken und einigen Ideen, gehen wir schliesslich schlafen.

BRENNPUNKT

Letzter Tag im Jahr 2010, 10h15:

Wir besammeln uns alle nach einem guten Frühstück, um diesen langen Tag mit... Glück anzufangen. In der Tat, heute Morgen machen wir uns Gedanken über diesen Begriff, der kaum fassbar, und dennoch so wichtig ist. Was ist Glück? Und vor allem, was ist der Weg, der zum Glück führt?

Die Überlegung, dass es Milliarden von Wegen gibt, die zum Glück führen, sprich mindestens einen für jede Person, ist ein guter Anfangspunkt. Nun teilen wir uns in Sprachgruppen auf und gehen zu den drei Personen, die einige Gedanken für uns vorbereitet haben. Als erstes besuchen wir Ruth Hoby, die uns von wichtigen Momenten aus ihrem erfahrungsreichen Leben erzählt.

Bei Beni erwarten uns selbstkritische Fragen rund ums Entscheidungen-treffen.

Und, als letztes führt uns Fiorela in das Leben von Chiara Luce Badano ein. Diese Jugendliche, die im September 2010 seelig gesprochen wurde, ist ein Beispiel für uns, wegen ihrer Art, das Leben zu 100% zu leben, es für die Anderen zu leben, und das auch nachdem sie an einem sehr aggressiven Knochenmarkkrebs erkrankt war, dem sie im alter von 19 Jahren erliegt.

Um uns zum Nachdenken zu inspirieren, stellt uns Fiorela provokative Fragen, wie zum Beispiel: „ Diese Chiara Luce, stammte aus armen Verhältnissen, hat eine Klasse wiederholen müssen, musste wegziehen, und erkrankte so jung an Krebs, so jemand ist wirklich unglücklich, nicht war?“ Darauf entflammt ein sehr interessantes Gespräch!

FESTA

 

Später, um 18h30, versammeln wir uns für die Messe. Es ist wirklich ein sehr schöner Moment. Wir haben die Gelegenheit, auf das Jahr zurückzublicken und das, was nicht gut war, auf einen Zettel zu schreiben, welchen wir dann verbrennen. Danach blicken wir nach vorne und schreiben einen Wunsch fürs neue Jahr auf, und geben dann den Zettel in einen Kugelschreiber, den wir dann behalten oder jemandem schenken können.

Nach diesem Moment der Besinnung haben wir Zeit, um uns vorzubereiten, und um 20 Uhr kann das Fest beginnen! 

Zuerst erregt ein riesiges Buffet mit hausgemachtem Feingebäck unseren Appetit, dann gehen wir zu Tisch. Gegen Ende des Essen verschwindet schon eine Gruppe, um die letzten Vorbereitungen zu treffen, damit wir um Punkt 22h22 (oder fast) im grossen Saal Platz nehmen können.

Nach einem Stück der Band heissen uns die Moderatoren willkommen. Hinter einem grossen Bildschirm sitzend und mit Mikrophon und weissem Hemd ausgerüstet geben sie uns wirklich das Gefühl, vor einem riesigen Fernseher zu sitzen! 

In drei Sprachen folgen wir so einer Reportage über starke Momente des letzten Jahres. Von musikalischen Momenten begleitet, geht die Show weiter, wobei eines der Höhepunkte die urkomische Kaugummiwerbung ist. Nun rückt Mitternacht in die Nähe, so dass wir uns alle mit einem Glas bewaffnen, um das neue Jahr zu begrüssen.

Der Countdown läuft: ...5, 4, 3, 2, 1 ALLES GUTE ZUM NEUEM JAHR!

Wir gratulieren, trinken den feinen Apfelsaft und vor allem, geniessen die köstlichen Desserts! Anschliessend ist die Tanzfläche eröffnet. Nach mehr als einer Stunde machen wir eine wohlverdiente Pause und spielen, in vier Gruppen aufgeteilt, ein Spiel, wo wir unsere Musik-, Film-, Spiel- und Sportkenntnisse unter Beweis stellen können.

Nachdem die Gewinner küriert worden sind, geht es weiter, bis wir dann, 3 Uhr schon längst vorbei, unsere Betten grüssen gehen. 

Am Morgen versammeln wir uns noch ein letztes Mal. Wir nutzen diesen Moment um einige Eindrücke über diese Tage auszutauschen. So sagt ein Jugendlicher: „Es ist wirklich faszinierend zu sehen, wie in so kurzer Zeit solch eine Vertrautheit erschienen ist. Ich habe das Gefühl, dass wir uns schon seit Ewigkeiten kennen!“ 

Da die Zeit des Abschieds naht, stellen wir uns in einer Linie auf. Dann fängt der Erste an, sich der Reihe nach zu verabschieden, gefolgt vom Zweiten, usw., bis jeder jeden gegrüsst hat. Und so verspricht der Austausch von Adressen und Telefonnummern einen Kontakt, der bis zur nächsten Gelegenheit, etwas zusammen zu machen, währen wird.